05.05.2009 | In Memoriam Herbert Bötticher

Einer meiner Lieblingsfilme ist ...
... »Lina Braake oder Die Interessen der Bank können nicht die Interessen sein, die Lina Braake hat« – eine nach fast 35 Jahren immer noch ganz wunderbare (und in gewisser Weise auch wieder aktuelle) Komödie mit Lina Carstens in der Titelrolle. Neben dem verschmitzten Fritz Rasp (war übrigens auch der Bösewicht in der deutschen Erstverfilmung von »Emil und die Detektive«) spielte in »Lina Braake« u.a. der im letzten Jahr verstorbene Schauspieler Herbert Bötticher mit, der ebenso schleimig wie autoritär in seiner Rolle als stockkonservativer Leiter eines muffigen Altenheimes brillierte. Er spielte die Figur des Heimleiters so überzeugend, dass ich jedesmal, wenn ich mich an diesen Film erinnere, immer zuerst ihn (mit seiner herrlich nasalen Stimme) vor Augen habe.

Nach einem Blog-Eintrag im Jahre 2002 staunte ich nicht schlecht, als sich eines Tages eben jene nasale Stimme bei mir am Telefon meldete: Herbert Bötticher hatte den Artikel auf meiner Website gelesen und rief mich einfach mal an. Dass meine Freude über sein unerwartetes Feedback auf meinen Blog-Eintrag groß war, kann sich jeder denken.

Wir plauderten eine Weile ganz angeregt, und weil ich zwar seine Arbeit als Schauspieler, er jedoch nicht meine als Zeichner und Kinderbuchautor kannte, schenkte ich ihm kurzerhand ein Cartoon- und ein Bilderbuch von mir. Als Herbert Bötticher sich später dafür revanchierte, war meine Freude noch größer. Mit der Post bekam ich ein wunderbares Präsent von ihm, eine persönlich besprochene Audiokassette: »Matthias Sodtke fragt ... Gibt es eigentlich Brummer, die nach Möhren schmecken?«

Leider Gottes verschwand dieses einzigartige Tondokument in den Wirren eines Umzugs auf unerklärliche Weise und ward fortan nicht mehr gesehen – bis mir wohl jemand "von da oben" das Versteck zugeflüstert haben muss ... Danke, Herbert  ;-)

Sie können die Aufnahme im Nulli-Radio auf dieser Seite hören – viel Vergnügen!